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Update der letzten Monate

Hey zusammen! In den letzten Monaten war ich wenig online und habe den Blog etwas schleifen lassen. Ich möchte in Zukunft wieder verstärkt von meinem Alltag und meinen Gedanken mit euch teilen. Auch wenn hier wenig los war, ist in letzter Zeit einiges bei mir passiert. Ich möchte euch mitnehmen und zeigen, was sich bei mir getan hat, welche Routinen ich für mich entwickelt habe, wie ich mich gesundheitlich fühle und was ich in nächster Zeit so vorhabe. Viel Spaß beim Lesen!

Food things first / Ernährung

Ende Januar habe ich mit euch geteilt, was ich wieder alles essen konnte und an welchen Lebensmitteln ich mich noch versuchen wollte. Als ich den Beitrag vor ein paar Tagen nochmal kurz überflog, ist mir aufgefallen, wie viel sich mein gefühlter Zustand eigentlich schon verbessert hat. 


Es ist wirklich krass, was für ein Gewohnheitstier der Mensch ist und wie schnell er sich an die unmittelbaren Gegebenheiten anpasst. Vor etwas mehr als einem halben Jahr war ich glücklich, dass ich Shakes und hochkalorische Trinknahrung zu mir nehmen konnte. Einige Wochen später freute ich mich über Milchreis, Kartoffelbrei etc. Ende Januar habe ich, in meinen Augen, schon wieder vielfältig essen können (s. Meine Ernährungsumstellung). Und heute, Anfang Juli, fühlt es sich an, als müsste ich auf kaum etwas verzichten. Ich esse zwar nach wie vor keine Hülsenfrüchte, nehme keine/kaum Kohlensäure zu mir, trinke (selbstverständlich) keinen Alkohol und es gibt nach wie vor eine kleine Menge von Lebensmitteln, die ich nicht so gut vertrage. Dennoch fühlt es sich 0,0% nach Verzicht an. Gelegentlich fehlt es mir mal ein, zwei Bier auf Partys zu trinken, gerade in Bezug auf Geselligkeit und das ausgelassene Feiern. Da für mich aber die kurzfristige Bedürfnisbefriedigung nach Ausgelassenheit nicht im Ansatz das aufwiegt, was ich mir an Gesundheit erhalte, fällt es mir nicht schwer den Alkohol wegzulassen. Insbesondere, weil ich bis zum 19. Lebensjahr sowieso gar keinen getrunken habe. 


Aktuell bin ich von Dankbarkeit erfüllt, dass ich die Vielfalt von Gerichten, Geschmacksrichtungen und Gewürzen mit all meinen Sinnen erleben und genießen kann. Ein wunderschönes Gefühl, das mich durch meinen Alltag trägt und meinem Leben wieder eine enorme Qualität schenkt.

Gute Routinen in Bewegung und Sport

In den letzten Monaten habe ich viel an Kraft zurückgewonnen. Sowohl an Stärke, als auch von Ausdauer und Flexibilität. Ganz besonders hilft mir dabei mein wöchentlicher Yoga-Kurs, den eine Freundin leitet. Es ist wirklich enorm, wie viele positive Effekte ich durch Yoga an mir selbst feststellen kann. Durch Yoga spüre ich meinen Körper besser und kann achtsamer auf mich hören. Zudem befreit es mich aus Gedankenschleifen und Grübeleien und hilft mir, mehr im Jetzt zu sein – es fühlt sich wirklich so an, als hätte ich einen befreiten Geist. Auch meine Atmung ist bewusster geworden. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich sie wie ein Werkzeug einsetzen kann, wenn mich Herausforderungen im Alltag und der damit einhergehende Stress überfordern. Yoga hilft mir dabei, mein Körpergefühl zu stärken und mich besser zu spüren. Negative Gedanken und Grübeleien treten nach so einer Stunde in den Hintergrund und meine Selbstwahrnehmung nimmt deutlich zu. Genau das Richtige für mich. Yoga ist für mich ein zentrales Element, das mir in den vergangenen Monaten auf seelischer, psychischer und physischer Ebene sehr geholfen hat.

 

Zudem mache ich zweimal die Woche entspannte, kleine Home-Workouts. Mal mit Eigengewicht, hin und wieder mit leichteren Hanteln. Die Home-Workouts nutze ich primär zum Muskelerhalt und -aufbau. Das mache ich hauptsächlich, da eine höhere Muskelmasse mit einem besseren Verlauf, sowohl vor als auch nach einer möglichen Transplantation, korrelieren soll. Zum Muskeltraining muss ich mich zwar gelegentlich echt aufraffen, aber für das gute Gefühl danach und die mittel- und langfristige Perspektive mache ich das gerne.

 

Außerdem setze ich mir in meinem Alltag mittlerweile kleine, selbstgesteckte Aufgaben, wie z. B. Treppen nehmen, anstatt den Fahrstuhl zu nutzen oder kleine Strecken mit dem Fahrrad zu fahren, anstatt mit dem Bus. Alles peu à peu und in kleinen Schritten, aber stetig vorwärts.

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Szenenwechsel / Arbeit

Mit Abbruch meines Master-Studiums, aufgrund meiner Erkrankung, habe ich, mehr oder weniger freiwillig, meinen Job gewechselt. Vorher habe ich in einem eingetragenen Verein gearbeitet, der im Bereich der Suchtprävention und Suchthilfe tätig ist. Thematisch hat mir der Job viel Spaß gemacht. Ich hatte das Privileg, von den wunderbaren Kolleg:innen vor Ort viel lernen zu dürfen und hatte eigene Projekte, an denen ich gearbeitet habe. Auch wenn mir der Job viel Freude gemacht hat, gab es für mich immer einen großen Aspekt der mir weniger gut gefiel – die Arbeit am Schreibtisch. Auch wenn ich körperlich nicht so fit bin, habe ich für mich entschieden, dass ich in einem neuen Job auch ein „Draußen“ haben möchte und nicht an einen Schreibtisch gebunden bin.

 

Nachdem es für mich in diesem Job aus verschiedenen Gründen nicht weiterging, habe ich für eine kurze Zeit gar nicht gearbeitet. Was sich für viele im ersten Moment vielleicht gut anhören mag, stellte sich für mich als schrecklich heraus. Alle um mich herum machten gerade eine Ausbildung, studierten, arbeiteten usw. usf. „Nur ich nicht“, dachte ich. Zu Hause fiel mir die Decke auf den Kopf und ich brauchte eine erfüllende, sinnstiftende Tätigkeit.

 

Da ich mein Studium eigentlich aus der Motivation heraus gestartet hatte, im Kinder- und Jugendbereich zu arbeiten, schaute ich mich in diesem Berufsfeld um. Ich fand nach Tagen des Suchens eine Teilzeitstelle in einer Nachmittagsbetreuung (für Grundschüler:innen). Im März unterschrieb ich dort einen Vertrag und arbeite seitdem dort.

 

Für mich ist es ein echter Segen dort in Teilzeit arbeiten zu können, da ich so das Gefühl habe jeden Tag zur Arbeit gehen zu können und mich selbstwirksam zu fühlen, dabei aber gleichzeitig genügend Zeit für Freunde, Familie, meine Frau, mich und meinen Körper zu haben. Eine Vollzeittätigkeit wäre für mich nicht denkbar geschweige denn möglich. Aber keinen Job zu haben, käme für mich auch nicht infrage. Nun genieße ich die Arbeit mit den Kindern. Ich habe dort wirklich das Gefühl gebraucht zu werden und sehe einen wohltuenden Sinn in meiner täglichen Arbeit.

 

Mich erfreut jeden Tag der Gedanke, dass ich meine Werte, Überzeugungen und meine Sicht auf die Welt weitergeben kann. Zudem begeistert mich die Neugier und Ehrlichkeit der Kinder sowie das Funkeln in deren Augen, wenn man ihnen offen und herzlich begegnet oder ihnen Dinge erklären oder beibringen kann. Am schönsten ist für mich allerdings, dass ich durch diese Arbeit gefühlt 100x mehr am Tag am Lachen bin. Ich feiere einfach diese schonungslos ehrliche und direkte Art von vielen der Kinder. Zudem habe ich viele neue tolle Kolleg:innen, die mich auch häufig zum Lachen bringen und meinen Arbeitsalltag sehr bereichern. Ich bin gerne dort und fühle mich gut damit, dass ich eine neue, passende Stelle gefunden habe, die gerade sehr gut zu meiner Lebenssituation passt.

Soziale Unterstützung durch Freunde und Familie

Ich genieße es sehr, dass ich bedeutungsvolle Menschen um mich herum habe. Allen voran meine Frau und meine Familie, ohne die ich die letzten Monate niemals durchgehalten hätte. Feiern und Feste, Geburtstage, Feiertage oder sonstige Events an denen wir zusammenkommen, haben, obwohl ich mich schon immer als Familienmensch bezeichnen würde, eine tiefere Bedeutsamkeit gewonnen. Es tut mir sehr gut, wenn ich bei und mit ihnen bin, weil sie mir Halt, Kraft und Verständnis geben und meine Gefühle und Empfindungen auf eine ganz besondere Art und Weise verstehen. Meine Familie ist für mich ein sicherer Hafen, wo ich mich mitteilen kann und verstanden werde. Die Verbundenheit zu ihnen bedeutet mir alles. Ich bin dankbar, dass ich sie habe und nicht nur in jüngster Vergangenheit, sondern schon seit jeher, volle Unterstützung und Liebe erfahre. Danke euch allen!

 

Ebenso geht es mir mit meinen Freunden und Freundinnen. In deren Beisein kann ich mich fallen lassen und die schönen Momente des Lebens genießen. Viele begleiten mich schon sehr lange. Jedes Mal freue ich mich auf gemeinsame Zeit, die wir miteinander verbringen. Die von Wertschätzung geprägte Kommunikation und die Interaktionen aus denen ich viel Aufrichtigkeit, Liebe, Wohlwollen und Empathie wahrnehme. Ich schätze es sehr, dass ihr alle da seid und es bedeutet mir viel, dass ich in eurem Beisein die Zeit, mich und alles drum herum auf eine positive Art und Weise vergessen kann. Fühlt euch gedrückt!

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„go with the flow“

In den letzten Wochen und Monaten habe ich mich viel mit Themen zu dem Umgang mit dem Tod und dem Sinn des bzw. eher meines Lebens beschäftigt. Häufig sind es sehr existenzielle Themen, die mich beschäftigen. Immer wieder stolpere ich dabei über die Zeit und merke wie undefiniert der Begriff für mich eigentlich ist, obwohl man ja ständig über die Zeit spricht und unmittelbar von ihr betroffen ist. Da für mich die Zeit so an Bedeutung gewonnen hat, möchte ich gerne möglichst viel schöne Zeit erleben. Hier sind ein, zwei Überlegungen von mir, wie ich mir häufiger eine gute Zeit erlaube.


Es gibt die Momente, die jede:r von uns kennt, wo die Zeit gar nicht vergeht. Beim Warten auf den Bus, im Wartezimmer bei Ärzt:innen etc. Da kann es schon mal vorkommen, dass man die Sekunden zählt und sich wünscht irgendwie „vorspulen“ zu können. Solche Momente können sehr unangenehm sein, insbesondere dann, wenn man nicht weiß, wie man mit seiner Langeweile umgehen soll. Solche Zeitabschnitte nutze ich mittlerweile gerne, um zu tagträumen. Dabei entfalten sich manchmal kreative oder inspirierende Gedanken. Manchmal nutze ich solche Momente auch, um achtsam zu werden und mich durch meinen Atem ins Hier und Jetzt zu holen. Auch die gelegentlich sehr schönen Tagträume genieße ich sehr. Manchmal fühlt es sich dann ein bisschen wie „vorspulen“ an – nur halt mit Inhalt: Den Träumen, Vorstellungen und Imaginationen.

Dann gibt es noch die Zeitabschnitte, zu denen ich ein eher instrumentelles Verhältnis habe. Oft begegnen sie mir, wenn ich einen innerlichen „Countdown“ starte. Meistens sind dies relativ kurze Abschnitte (unter einer halben Stunde) und sind Momente in denen ich warte, bis ich mich auf den Weg zu etwas oder jemandem mache. In solchen Momenten beschäftige ich mich mit Kleinigkeiten, bis ich dann zur erforderlichen Uhrzeit losfahre. Das habe ich insbesondere morgens oder vor offiziellen, längeren Terminen und das verläuft bei mir häufig sehr routinisiert. Ich stelle mir dann meistens einen Timer, mache mir danach Musik an und laufe durch die Wohnung, räume Dinge auf, gieße meine Pflanzen oder bereite Dinge für danach vor. Dieser Art von Zeit stehe ich zwar meistens neutral gegenüber, kann mich aber häufig daran erfreuen in solchen kurzen Zeitfenstern etwas Produktives gemacht zu haben, was ich früher oder später eh erledigen musste.

Die schönste Zeit ist für mich die, die ich mit Freund:innen und Familie verbringe. Es sind meistens die Situationen, in denen ich mich unterhalte, Verbundenheit spüre oder in irgendeiner Form in einem Flow-Zustand bin. Hier vergeht die subjektiv erlebte Zeit wirklich absurd schnell. Es ist eigentlich immer die gemeinsame Zeit. Konzerte mit Freunden, zur Musik tanzen und alles um sich herum vergessen, anregende oder bedeutsame Unterhaltungen, Lachflashs aus denen man gar nicht mehr herauskommt, Gefühle von Liebe und Verbundenheit. All das sind Momente, in denen andere Menschen dabei waren und wo man sich immer fragt, wo die ganzen Stunden auf einmal hin sind, wenn sie enden.


Letzteres, die gemeinsame Zeit, möchte ich in meinem Leben priorisieren. Ich versuche seit einigen Wochen und Monaten, wieder verstärkt meine Zeit neu zu gewichten. Mit der Priorisierung meiner Zeit, merke ich auch eine Bedeutungsabnahme anderer als wichtig konnotierter Dinge, wie z.B. Geld, Erfolg, Ruhm, Karriere usw. Dinge, die vielen Menschen wichtig sind, und es ist auch okay, dass es vielen wichtig ist. Ich habe für mich persönlich jedoch festgestellt, als ich in meiner Zeit im Krankenhaus und danach meine Zeit Revue passieren gelassen habe, dass wenn ich auf die schönen Momente meines Lebens geblickt habe, nicht eines dieser Dinge aufgetaucht ist. Vielmehr war es die gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie. Das ist, was mich glücklich und erfüllt gemacht hat. Und genau das möchte ich in meinem Leben und mit meiner Zeit mehr priorisieren.


Seitdem sich meine Ausrichtung auf die Zeit etwas verschoben hat und ich mit meiner neuen Arbeitsstelle ausreichend Geld verdiene, um meinen genügsamen Lebensstil zu finanzieren, bewerte ich Dinge wenig an ihrem materiellen Wert wie z.B. unser Auto. Das Geld, das das Auto gekostet hat, steht für mich in keiner Relation zu dem, was es mir an Zeit und Möglichkeiten eröffnet und schenkt. Ich habe mehr Zeit zur Verfügung durch einen kürzeren Arbeitsweg, kann nach der Arbeit viel einfacher und unabhängiger meine Familie besuchen und zu vielen schönen Events fahren, die mit dem ÖPNV gar nicht wirklich erreichbar wären. Ganz nebenbei macht mir das Autofahren auch Freude, und da ich gänzlich auf Alkohol verzichte, haben meine Familie, Freunde und ich einen Mehrwert davon.


So ähnlich geht es mir z.B. auch mit dem Essengehen (schöne Zeit und Genuss mit jemandem teilen) oder Konzerten (Musik offenbart ein anderes Zeiterleben) usw.  Wenn ich mir überlege, Kulturangebote oder eine Gastronomie zu besuchen, dann sind meine erste Reaktion, dass ich zuerst an ein schönes Zeiterlebnis denke, als an den Preis zu sehen, der damit einhergeht. Ich habe meine Prioritäten ob bewusst oder unbewusst neu gesetzt. Und das genieße ich sehr. Ich habe das Gefühl, dass ich mir mehr Flexibilität und Freiheiten zugestehe als vorher.


Wichtig ist mir auch, dass ich weniger als vorher das Gefühl habe, gegen die Zeit anzuarbeiten oder diese als etwas zu beurteilen, „was einem irgendwie immer fehlt“.  Es geht mir darum die gute Zeit, die ich noch erleben darf, als solche zu erkennen, sie wertzuschätzen und zu genießen.

Wohlfühlort Wohnung

Natürlich verbringe ich auch viel Zeit zu Hause. Deshalb war es mir und meiner Frau wichtig unsere Wohnung nochmal etwas umzustellen und uns gemütlicher einzurichten. Ein paar alte Möbel kamen raus und ein paar neue fanden den Weg zu uns. Da mich weiße Wände häufig an Ärzte bzw. Krankenhäuser erinnern, war es die beste Entscheidung, dass wir etwas mehr (Wand-)Farbe in unser Wohnzimmer gelassen haben. Seitdem wächst unsere Wohnung peu à peu und schenkt uns immer mehr Gemütlichkeit und Wohlbefinden. Auch in meinem Zimmer gibt es Veränderungen. 

Mein treues Schlafsofa – mein erstes eigenes Möbelstück, dasmich über 15 Jahre begleitet hat – musste nun seinen Platz räumen und steht jetzt bei einem Freund von mir. Das weiße Schlafsofa wurde vor Kurzem durch einen sehr bequemen, smaragdgrünen Lesesessel ersetzt. Nun habe ich eine kleine Wohlfühlecke in der ich lesen, schreiben und ruhen kann. Ich freue mich riesig darüber, da ich nun einen kleinen, gemütlichen Rückzugsort habe außerhalb meines Betts. Der Sessel steht direkt neben meinem Bücherregal und ist zum Fenster ausgerichtet, wo die Abendsonne hineinscheint. 

 

Ich bin sehr stolz auf uns, wenn ich sehe, wie viel sich bei uns noch verändert hat und dass ich die schönen Momente und Alltagsfreuden in unserer bescheidenen Wohnung noch aktiv mitgestalten kann.

A minimalist tabletop scene featuring a book, a candle, and decor, creating a cozy atmosphere.

Psychotherapie als Gamechanger

Am Ende noch ein Thema, worüber es mir nicht leicht fällt, zu schreiben, was ich aber nach etwas Überlegung nicht auslassen möchte, da es einen bedeutsamen Teil, auf dem Weg zu meiner aktuell guten Verfassung, ausmacht. Es geht um meine Psychotherapie, die ich Anfang Februar begonnen habe.

 

Dass ich momentan da stehe, wo ich stehe, hat sehr viele, unterschiedliche Gründe. Einige habe ich bereits geteilt (wie z.B. Soziale Unterstützung durch Freunde und Familie, Ernährungsumstellung, Sport usw. usf.). Ein anderer Grund sind externe professionelle Hilfen. Im Besonderen die Psychotherapie.

 

Ende letzten Jahres überwogen bei mir viele andere Themen, als Psychotherapie. Ich brauchte Zeit für mich, um alles zu ordnen, zu verarbeiten und gewissermaßen akzeptieren zu können. Diese Zeit war wichtig für mich. Kurz danach folgten auch schon die Weihnachtstage und der Jahreswechsel. Eine Zeit, geprägt von Festen, Geburtstagen, vielen Freuden und Ablenkung. Zu Beginn des Jahres folgte dann ein großes Loch. Keine Geburtstage, die vorerst anstanden, keine Feste o.Ä. Für alle begann ein paar Tage nach Silvester die Arbeit oder die Prüfungsphasen. Nur bei mir nicht. Ich fühlte mich sehr leer und unbrauchbar. Ich spürte kaum eine Form von Selbstwirksamkeit. Nach einer Form des „Gebraucht-Werdens“. Vielmehr hatte ich das Gefühl, eine Last für mich und andere zu sein. Viel davon habe ich mit meiner Familie besprochen, einiges mit mir alleine ausgemacht. Nachdem meine Schlafprobleme mehr wurden, viele negative Erfahrungen und Erinnerungen häufiger hochkamen und allgemein das Grübeln bei mir mehr wurde, wusste ich, dass ich Hilfe brauche. Hilfe beim Sortieren. Hilfe beim Reflektieren. Und es brauchte jemanden, der unbefangen war. Von all dem nichts wusste. Mir kein Mit- oder Beileid signalisierte. Sondern eine Person, die mir zuhörte und weder direkt noch indirekt in die Geschichte involviert war.

 

Ich entschied mich somit Ende Januar dazu, mir professionelle Hilfe im ZIP in Kiel zu suchen. Nachdem ich meine Situation schilderte, bekam ich unmittelbar einen Termin für ein Erstgespräch angeboten und konnte wenige Wochen später meine ersten richtigen Termine wahrnehmen. Ich bin seit Anfang Februar ca. alle zwei Wochen für eine Stunde dort. Zu meinem Glück habe ich dort eine super Therapeutin, die mir mit viel Empathie, Offenheit und Verständnis begegnet. Auch wenn ich mich nach den Terminen in den ersten Stunden oft erstmal schlechter, durch die aufreibenden Themen, das Tränenfließen etc., fühle, merke ich, wie mir die Gespräche und Reflektionen von Woche zu Woche mehr helfen und mich im Alltag stärken.

 

Mittlerweile freue ich mich auf die Termine und habe das Gefühl, viele Probleme und Herausforderungen leichter bewältigen zu können. Eine enorme Hilfe für meinen Alltag, mein Leben und auch für mein Umfeld, da ich das Gefühl habe, in der Therapie Druck und Angestautes ablassen zu können. So kann ich in den schönen Momenten mit Freund:innen und Familie mehr präsent sein. Zudem nehmen dadurch der Nebel aus schlechten Erinnerungen und die Schlafprobleme weiter ab. Dank der Therapie und meiner Therapeutin verspüre ich weniger Schuld und Scham und kann offener über die ganze Sache reden. Der Austausch mit meiner Therapeutin ermöglicht mir, dass ich mich äußern kann, ohne überlegen zu müssen, ob ich die richtigen Worte wähle oder nicht. Das entlastet mich enorm. 

Es fühlt sich richtig an, den Schritt gegangen zu sein, und ich freue mich auf weitere Fortschritte.

Wie geht’s weiter?

In den nächsten Monaten möchte ich wieder etwas häufiger schreiben, da ich merke, dass ich beim Schreiben viel reflektieren kann. Meine Gedanken in Worte niederzuschreiben, bringt auch Struktur in mein Denken und zeigt mir wofür ich dankbar sein kann. Außerdem habe ich mir noch ein paar Dinge überlegt, die ich umsetzen möchte. Allerdings möchte ich mir auch keinen Stress wegen des Blogs machen. Solange das Wetter so toll bleibt wie die letzten Wochen, werde ich meine Zeit nicht am Laptop verbringen und nur gelegentlich mal schreiben. Erstmal werde ich weiterhin den Sommer genießen und noch viel Zeit mit Freunden und Familie in der Sonne verbringen.

 

Ich freue mich, wenn du auch beim nächsten Mal dabei bist.

 

Bleib gesund und bis bald!

4 Kommentare zu „Update der letzten Monate“

  1. Es ist sehr schön von Dir zu hören,deine Sicht auf die ‚Zeit‘ ist so gut beschrieben und inspirierend und richtig!Danke für deine Offenheit!alles Liebe 🙋‍♀️Nina

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